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Die Fünf Tibeter
Ihre Wurzeln sollen im Yoga liegen. Oder sind sie gar die Wurzeln des Yoga?
Das Wissen um diese Übungen war uns lange Zeit verborgen. Hinter tibetischen Klostermauern verbrachten große
Meister ihr Leben damit, die Fähigkeiten zu erlernen und zu entwickeln, den Fluss der Energie zu lenken und zu
beherrschen. Die Fünf Tibeter sind trotzdem leicht nachzuvollziehen und verständlich. Sie verstärken
den Fluss der Energien im Körper, sodass wir uns harmonisch, gesund und jung fühlen - und es auch lange bleiben,
wenn wir die Fünf Tibeter zum Teil unseres Lebens werden lassen.
Die verschiedenen Übungen stimulieren unser Energiesystem so wirkungsvoll, dass die Ergebnisse sehr schnell kommen
und für den Übenden wahrnehmbar werden. Es sind keine schwierigen Voraussetzungen zu erfüllen oder Philosophien
zu erlernen - und doch lernen wir den Körper wahrzunehmen und zu beherrschen.
Schon die erste Übung des Drehens hilft, uns von negativen Energien zu reinigen, uns damit freier und gelöster
zu fühlen, weil wir beim Drehen loslassen müssen, um nicht schwindlig zu werden. Das Drehen bewirkt ein Aufladen
unseres Energiefeldes, da die Zellen verstärkt zu arbeiten beginnen. Die Drehbewegung ist eine Urform des Lebens
(so wie sie auch in manchen Ritualen der Sufis, wie dem Derwischtanz, ausgedrückt wird).
Die restlichen Übungen sind sanft und so entwickelt, dass alle den Körper regulierenden Systeme stimuliert
werden, wie das Drüsen-, das Kreislauf- und das Meridiansystem. Zugleich wird durch die verstärkte Atmung Energie
in Form von Prana aufgenommen.
Die Übungen sollen regelmäßig jeden Tag ausgeführt werden, um die optimale Wirkung zu erzielen.
Sobald Sie einmal damit begonnen und die wohltuende Wirkung erlebt haben, werden Sie sie gerne jeden Tag ausführen!
Ein
wichtiger Aspekt für Ihre Gesundheit ist körperliche Bewegung. Die als die ‘Fünf Tibeter’ oder ‘tibetisches
Yoga’ bekannten Übungen sind da eine der wertvollsten Möglichkeiten die mir bekannt sind.
Der Stoffwechsel wird beschleunigt und harmonisiert.
Und auch die Lebensfreude und Vitalität werden sehr positiv beeinflusst. Vielleicht erscheinen Ihnen die Beschreibungen
zum Teil sehr technisch. Haben Sie die Übung aber einmal versucht, werden Sie sehen, dass sie im Prinzip ganz
leicht sind.
Achten Sie bei allen fünf Übungen darauf, dass Sie möglichst während den gesamten Übungen
die Zunge an den Gaumen drücken und dort lassen. Dadurch wird das Atmen durch die Nase unvermeidbar sein.
Der erste Tibeter
Stehen Sie aufrecht. Nehmen Sie die Arme locker und bequem seitlich ausgestreckt
nach oben, sodass sie sich im rechten Winkel
vom Körper und paralell zum Boden befinden. Die geschlossenen Handflächen zeigen dabei nach unten.
Drehen Sie sich dann
9 Mal ohne Unterbrechung in mäßigem Tempo und im Uhrzeigersinn um die eigene Achse. Atmen Sie während
der ersten Umdrehung normal durch die Nase ein. Halten Sie den Atem an, bis Sie alle Umdrehungen absolviert haben. Dann
atmen Sie durch den Mund oder die Nase wieder aus.
Wenn Sie am Anfang die Luft nicht während allen Umdrehungen anhalten können, machen Sie es einfach so lange,
wie Sie es schaffen und versuchen Sie ruhig weiter zu atmen. Indem Sie sich Tag für Tag steigern, werden Sie bald
die vollständige Übung durchhalten können.
Mit der Zeit werden Sie auch Ihre Drehgeschwindigkeit steigern können. Wenn Ihnen schwindelig wird, waren Sie zu
schnell. Drosseln Sie dann das Tempo. Sollten Sie nicht alle neun Umdrehungen schaffen, beginnen Sie mit einer geringeren,
ungraden Zahl, zum Beispiel fünf oder sieben Drehungen. Steigern Sie die Zahl dann bis auf neun. Haben Sie die Übung
abgeschlossen, bleiben Sie ruhig stehen. Atmen Sie mehrmals ruhig ein und aus und schauen Sie dabei auf die Fingerspitzen
ihrer vor sich gefalteten Hände. Dadurch verschwinndet jedes Schwindelgefühl.
Diese Übung können Sie auch am Schluss Ihrer Übungsreihe machen!
Der zweite Tibeter
Llegen Sie sich flach auf den Rücken. Die Arme liegen parallel zum Körper ausgestreckt, wobei die Handflächen
geschlossen auf dem Boden aufliegt.
Beugen Sie den Kopf nach vorne und legen Sie das Kinn auf die Brust. Gleichzeitig heben Sie die gestreckten Beine
bis zum rechten Winkel nach oben wobei Sie die Füße ebenfalls im Winkel angespannt bleiben. Halten Sie ein
paar Sekunden diese Position. Halten Sie dabei den Atem an. Dann gehen Sie
bei umgekehrten Bewegungsablauf wieder langsam in die liegende Ausgangsposition
zurück. Atmen Sie dabei langsam
und gleichmäßig am besten durch die
Nase oder den Mund aus. Wiederholen Sie auch diese Übung neun Mal. Dann richten Sie sich wieder auf. Strecken Sie
sich und atmen Sie dabei zwei Mal tief ein und aus. Wichtig bei dieser Übung ist, dass Atmung und Bewegung synchron
verlaufen und harmonisch im Fluss sind.
Der dritte Tibeter
Knien Sie sich auf den Boden. Die Beine bilden dabei einen rechten Winkel
und die Füße sind angewinkelt und stehen dabei auf den Zehenspitzen. Die Arme hängen seitlich herunter,
die Handflächen liegen seitlich am Oberschenkel an. Halten Sie den Rücken gerade. Legen Sie das Kinn auf die
Brust indem Sie den Kopf nach vorne fallen lassen. Atmen Sie dabei durch die Nase ein. Heben Sie jetzt den Kopf an und
kippen ihn langsam weiter nach hinten in den Nacken.
Achten Sie darauf, dass Sie dabei möglichst kein Hohlkreuz machen und dass Sie den Hals nicht zu sehr überstrecken,
sondern gerade so viel nach hinten neigen, wie Ihnen noch angenehm ist. Ist der Kopf vollständig nach hinten geneigt,
sollte Sie die Lunge gut gefüllt haben. Atmen Sie durch Mund oder Nase aus, während Sie den Körper langsam
wieder in die Ausgangsposition zurückbringen. Gesicht und Wangen bleiben auch bei kräftigem und hörbarem
Ausatmen entspannt. Ausatmen und Bewegung sollten auch hier zum harmonischen Fluss werden. Denken Sie daran: Bei allen Übungen
die Zunge gegen den Gaumen gepresst halten!
Diese Übung kann am Anfang etwas schwierig sein. Geben Sie aber nicht auf, es ist wirklich nur eine Sache der Übung.
Wiederholen Sie auch diese Übung neun Mal. Atmen Sie nach dem Aufstehen wieder mehrmals ein und aus. Diese Übung
wirkt geistig sehr anregend.
Der vierte Tibeter
Setzen Sie sich auf den Boden. Die Füße stehen in einem Abstand von etwa 30 Zentimetern zueinander. Die Knie
sind dabei in einem Winkel von ca. 90 Grad gebeugt. Der Oberkörper ist etwas nach hinten gelehnt und wird durch
die Arme abgestützt, wobei die Handflächen mit den Fingerspitzen Richtung Füße seitlich eng am Körper
am Boden aufliegen.
Heben Sie nun Becken, Gesäß und Oberkörper gleichmäßig an wobei die Füße ihre Position
beibehalten. In der Endposition lassen Sie den Kopf nach hinten fallen.
Das Ganze sieht nun aus wie ein Tisch: Oberschenkel und Oberkörper befinden sich in einer geraden Linie parallel
zum Boden, wie die Tischplatte. Die Arme und Unterschenkel stehen ähnlich wie die Tischbeine im rechten Winkel dazu
senkrecht zum Boden.
Atmen Sie aus, während Sie sich in diese Position begeben.
Bleiben Sie für ein paar Sekunden angespannt in der Tischposition. Atmen Sie wieder ein, während Sie in die
sitzende Ausgangsposition
zurückkehren.
Vielleicht haben Sie es schon bemerkt: Die Atmung ist hier umgekehrt und
deshalb vielleicht erst einmal ungewohnt. Aber für
das Gelingen der Übung ist es wichtig, dass Sie darauf achten, genauso zu atmen wie hier beschrieben.
Machen Sie diese Übung neun Mal. Stellen Sie sich dann wieder auf und atmen Sie mehrmals ruhig ein und aus.
Der fünfte Tibeter
Den Bauch zum Boden gerichtet wird der Oberkörper auf den Armen aufgestützt nach oben gerichtet. Die Füße
stehen auf den Zehenspitzen und die Beine sind bis zum Becken gestreckt. Die Fingerspitzen zeigen nach vorn. Der Kopf
fällt leicht in Richtung Nacken, ohne den Hals zu überstrecken. Die Position ähnelt einer Hängebrücke.
Während Sie einatmen, heben Sie nun die Hüfte und das Gesäß zusammen mit dem Oberkörper an
und bewegen Sie alles leicht nach oben und hinten. Senken Sie dabei den Kopf
mit dem Kinn zur Brust. Das Gesäß ist
nun der höchste Punkt wobei die Beine und der Oberkörper mit gestrecketen Armen fast einen rechten Winkel bilden.
Halten Sie diese Position ein paar Sekunden bevor Sie wieder in die Position
der 'Hängebrücke' zurück gehen. Atmen Sie dabei durch den Mund oder die Nase wieder aus. Wiederholen Sie
die Übung neun Mal. Auch hier ist der Atemzyklus umgekehrt. Bitte achten Sie darauf.
Wenn Sie ein paar Mal durchgeatmet haben und sich gut fühlen, dehnen Sie sich noch einmal, strecken Sie sich, schütteln
sie Arme und Beine aus. Dann können Sie frisch wieder in den Alltag zurückkehren.
Für diejenigen, die die fünf Tibeter bereits kennen: Die hier beschriebenen Übungen weichen etwas vom
klassischen Schema ab. Auch sollte man die Übungen jeweils insgesamt 21 Mal am Tag vollführen. Aber um es auch
den absoluten Anfängern nahezulegen erscheint die anfängliche Reduzierung auf 9 oder sogar weniger Male sinnvoll.
Der wirklich ernsthaft Interessierte wird sich sowieso sehr rasch den tieferen
Inhalten und der richtigen Durchführung der Fünf Tibeter, die ja eigentlich sogar sechs sind, widmen.
NACH OBEN !
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